Wachwechsel, Datenwolke und ein Stammtisch ohne Tisch
Man muss sich die Artenvielfalt der Zukunft womöglich kleiner vorstellen als gedacht. Klein genug für eine Kinderhand, und aus Kunststoff. Im Rahmen eines Brainstorms wie sich bayklif2 auf Messeauftritten präsentieren möchte schlägt BaySenseAI vor, für Messeauftritte eine Landschaft aus Playmobil-Elementen aufzubauen. Besucherinnen und Besucher fotografieren sie mit dem Smartphone, und aus den Bildern werden, ganz wie in der echten Forschung des Projekts, Daten gewonnen, mit denen sich die dargestellte Artenvielfalt bewerten lässt. Ein Reh aus Plastik hätte dabei immerhin den Vorteil, dass es stillhält.
Es war nur eine von vielen Tagesordnungspunkten, die am 13. Oktober 2026 thematisiert wurden, als sich das Zweite Bayerische Klimaforschungsnetzwerk bayklif2 zu seiner 4. Mitgliederversammlung traf. Gastgeber war die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT), am Tisch saßen Vertreterinnen und Vertreter aller sechs Forschungsprojekte, der Geschäftsstelle und des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst (StMWK). Ministerialrätin Frauke Preißinger eröffnete die Sitzung. Prof. Dr. Christoph Moning, Vizepräsident für Forschung und Wissenstransfer der HSWT, begrüßte die Gäste mit einem Satz, der einer Hochschule mit diesem Profil gut steht: Nachhaltigkeit ist hier ein zentrales Thema, das Netzwerk für die HSWT deshalb von großer Bedeutung.

Dann der eigentliche Wachwechsel. Mit dieser Versammlung hat Dr. Julius Reich die Geschäftsführung des Netzwerks übernommen. Dr. Ulrike Kaltenhauser, die das Amt bisher innehatte, wechselt in eine andere Position: Sie bleibt in der Geschäftsstelle und übernimmt eine unterstützende Rolle. Dr. Reich dankte ihr für ihre jahrzehntelangen Verdienste um die bayerische Forschung. In einer Welt, die gern in Förderperioden denkt, sind Jahrzehnte eine bemerkenswerte Zeiteinheit.
Klimaforscherinnen und Klimaforscher haben naturgemäß ein entspanntes Verhältnis zu Wolken. Diese hier allerdings regnet nicht, sie speichert: Ab sofort steht allen Projekten der Data Science Storage (DSS) des Leibniz-Rechenzentrums (LRZ) zur Verfügung, um Forschungsdaten projektübergreifend auszutauschen, samt ausführlicher Gebrauchsanleitung für die Mitglieder. Damit es in der Wolke nicht bald zugeht wie in so manchem Keller, wo niemand mehr weiß, was eigentlich in den Kartons ist, stellte Dr. Reich gleich noch eine interne, webbasierte Datenbank vor, mit der ein Metadaten-Katalog entsteht. Sie beschreibt die Rohdaten nach dem Standard DataCite Metadata Schema 4.6, die Einträge lassen sich als JSON exportieren und anderswo weiterverwenden.

Ferner kam aus den Projekten der Vorschlag für einen regelmäßigen virtuellen KI-Stammtisch. Ein Stammtisch ohne Tisch also, dafür mit fachlichem Austausch über Anwendungen und aktuelle Entwicklungen der Künstlichen Intelligenz, quer durch alle Projekte. Wann und wie oft man sich trifft, wird noch abgestimmt.
Bleibt wie immer der Blick in die Zukunft: Für das Retreat 2027 sammelt die Geschäftsstelle Vorschläge der Projektleitungen. Keynotes, externe Gäste und Workshops, die neue Perspektiven und mehr Zusammenarbeit über Projektgrenzen hinweg versprechen. Zum Schluss dankte Dr. Julius Reich Prof. Dr. Chris-Carolin Schön für ihr außerordentliches Engagement als Sprecherin des Netzwerks im Jahr 2026. Das Amt wandert weiter: Für 2027 benennt BaySenseAI die nächste Sprecherin oder den nächsten Sprecher.
