Autor: lukas.delleske

  • Brückenschlag zwischen Forschung und Praxis: Das bayerische Klimaforschungsnetzwerk bayklif2 feiert schwungvollen Auftakt

    Brückenschlag zwischen Forschung und Praxis: Das bayerische Klimaforschungsnetzwerk bayklif2 feiert schwungvollen Auftakt

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    München, 11. Mai 2026 – Im beeindruckenden Ambiente der Carl Friedrich von Siemens Stiftung am Nymphenburger Schloss kamen Wissenschaft, Politik und Wirtschaft zusammen, um den Startschuss für die zweite Phase des bayerischen Klimaforschungsnetzwerks bayklif2 zu feiern. Unter dem Motto einer lösungsorientierten, translationellen Klimaforschung bot der Tag nicht nur hochkarätige Keynotes, sondern auch spannende Einblicke in die Projekte, die Bayerns Zukunft ökologisch und ökonomisch berreichern sollen.

    Ein mitreißender roter Faden

    Durch den Tag führte Florian Schwarz vom Bayerischen Rundfunk (BR). Mit einer Mischung aus Charisma, Humor und hoher Professionalität moderierte er das dichte Programm und verstand es meisterhaft, das Publikum zu fesseln und die Brücke zwischen den komplexen wissenschaftlichen Themen und der gesellschaftlichen Relevanz zu schlagen.

    Impulse aus Wissenschaft und Wirtschaft: Die Keynotes

    Zwei beeindruckende Keynotes bildeten das inhaltliche Herzstück und lieferten klare Appelle:

    Univ.-Prof. Dr. Franz Essl (Universität Wien): „Natur, Klima, Wirtschaft“

    Professor Essl zeichnete ein eindringliches Bild des Anthropozäns – einer Epoche, in der der Mensch die Biosphäre so grundlegend dominiert, dass bereits sieben von neun planetaren Grenzen überschritten sind. Er verdeutlichte, dass Klima- und Biodiversitätskrise untrennbar miteinander verwoben sind, und plädierte leidenschaftlich dafür, biophysikalische Grenzen zum Fundament politischer Entscheidungen zu machen. Sein Fazit war klar: Naturschutz ist nicht nur ökologisch notwendig, sondern auch der ökonomisch sinnvoll, da die Kosten des Nichtstuns die der Anpassung, bei weitem übersteigen.

    Gyri Reiersen (Tanso Technologies): „Von der Forschung zur Gründung“

    Die Mitgründerin von Tanso ein Unternehmen, das Industrieunternehmen in Sachen CO2 Bilanzierung und ESG Management auf den neuesten Stand bring, zeigte auf, wie wissenschaftliche Exzellenz aus der KI-Forschung direkt in die industrielle Praxis überführt werden kann, um CO2-Bilanzen endlich messbar und steuerbar zu machen. Sie betonte, dass Bayern mit seiner starken Hardware-Basis, erstklassiger Forschung/Brainpower und verfügbarem Kapital bereits alle Trümpfe in der Hand hält, um die Transformation anzuführen. Ihr zentrales Anliegen war es, die mentale Hürde der „Angst zu wagen“ zu überwinden: Klimaschutz sollte in der bayerischen Wirtschaft nicht länger als belastende Pflicht, sondern als der entscheidende Standortvorteil der Zukunft in Sachen Gesundheit, Lebensumwelt und Energiesouveränität begriffen werden.

    Das Herzstück: Bayerns Forschungsvorhaben des Netzwerks im Überblick

    Im Zentrum der Veranstaltung stand die Vorstellung der sechs interdisziplinären Verbundprojekte, die zeigten, wie konkret bayklif2 an Lösungen arbeitet:

    • bAImo: Ein modernes Insekten-Monitoring, das KI und Bürgerwissenschaften nutzt, um belastbare Aussagen über den Zustand unserer Insektenpopulationen im Klimawandel zu treffen.
    • BaySenseAI: Entwickelt im Nationalpark Berchtesgaden eine skalierbare KI-Plattform, die Satellitendaten und Feldstudien kombiniert, um die Biodiversität Bayerns präzise vorherzusagen.
    • ecoBay: Schwimmende autonome Roboter revolutioniert das Monitoring bayerischer Seen, indem sie eigenständig genetische Proben (eDNA) entnehmen und die Gesundheit der Ökosysteme bewerten.
    • HYDROOT: Erforscht das verborgene Fundament unserer Landwirtschaft – das Zusammenspiel von Pflanzenwurzeln und Bodenmikrobiom –, um Ernten widerstandsfähiger gegen Dürre und Starkregen zu machen.
    • MEDICUS: Verknüpft Stadtklimamodelle mit Umweltmedizin, um besonders gefährdete Gruppen in Städten wie München und Augsburg vor Hitze, Pollen und Schadstoffen zu schützen.
    • SmartReForest: Entwickelt KI-gestützte Strategien für die Wiederaufforstung geschädigter Wälder, um multifunktionale und klimaresiliente Waldökosysteme für die Zukunft zu sichern.

    Science Panel: Klimaschutz und Wirtschaft in Bayern – Widerspruch oder Chance?

    Im Rahmen der bayklif2-Auftaktveranstaltung diskutierten Prof. Dr. Karen Pittel (ifo Institut), Prof. Dr. Florian Diekert (Universität Augsburg), Prof. Dr. Chris-Carolin Schön (TU München) und Christine Völzow (vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft) unter der Moderation von Florian Schwarz über die Vereinbarkeit von Klimaschutz und wirtschaftlicher Entwicklung in Bayern.

    Kein Widerspruch, sondern eine Gestaltungsaufgabe

    Einigkeit herrschte unter den Diskutierenden: Klimaschutz und Wirtschaft sind kein Gegensatz. Der eigentliche Kern der Herausforderung liegt im Übergang – von der fossilen zur erneuerbaren Wirtschaft. Dieser Strukturwandel ist schmerzhaft, aber gestaltbar, wenn die richtigen Rahmenbedingungen gesetzt werden.

    Bayern als Reallabor

    Prof. Diekert hob Bayerns besondere Rolle hervor: Die Vielzahl an Kommunen und Unternehmen ermöglicht es, unterschiedliche Lösungsansätze zu erproben und aus Erfahrungen zu lernen. Bayern biete damit ideale Voraussetzungen als Reallabor für Klimaschutzmaßnahmen.

    Bürokratie als Hemmnis

    Christine Völzow verwies auf einen zentralen Engpass: Zwischen 2021 und 2024 wurden in Deutschland über 300.000 Stellen allein zur Erfüllung neuer Berichtspflichten geschaffen – Kapazitäten, die dem Klimaschutz selbst nicht zugutekommen. Auch Förderprogramme seien oft zu komplex gestaltet, etwa beim Industriestrompreis, dessen Auflagen viele Unternehmen de facto von der Nutzung ausschließen.

    Skalierung von Forschungsergebnissen

    Prof. Pittel betonte, dass Innovation nicht bei der Erfindung endet: Entscheidend sei die Skalierung – also die Übertragung erfolgreicher Lösungen aus Einzelprojekten in die Breite. Hier sieht sie eine Lücke in der Förderpolitik, die bislang den letzten Schritt in Markt und Praxis oft nicht mitdenkt.

    Wünsche für die Zukunft

    Zum Abschluss formulierten die Panelisten ihre Wünsche: mehr evidenzbasierte Klimapolitik, die bei der Bevölkerung Akzeptanz findet; Klimaschutz erfahrbarer machen – etwa über den Schutz des lokalen Sees statt abstrakter Zukunftsszenarien; und eine engere Verzahnung von Forschung, Wirtschaft und Umsetzung von Anfang an.

    Wenn Wissenschaft lebendig wird: Networking und Gemeinschaft

    Den offiziellen Teil des Auftaktes rundete die Leiterin der Geschäftsstelle von bayklif2 ab. Dr. Ulrike Kaltenhauser zog ein positives Resümee und betonte, dass das vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst geförderte Forschungsnetzwerk bayklif2 dazu beiträgt, die in Bayern vorhandene Expertise zu bündeln. Durch die Vernetzung interdisziplinärer Projekte entstehe ein Mehrwert – sowohl für die Bürgerinnen und Bürger in Bayern als auch weit darüber hinaus.

    Genau dieser Gedanke der Vernetzung prägte auch den Geist der Veranstaltung: Nach den intensiven Fachvorträgen ging der Tag in einen lebendigen Austausch bei Kaffee und Kuchen über. In entspannter Atmosphäre wurde angeregt diskutiert, gelacht und neue Kontakte wurden geknüpft. Dabei wurde deutlich, dass bayklif2 weit mehr ist als ein Forschungsprogramm – es ist ein Netzwerk engagierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Visionäre, die gemeinsam daran arbeiten, Bayern für kommende Generationen lebenswert zu erhalten und wissenschaftlich wie wirtschaftlich weiter voranzubringen.

    München, 11. Mai 2026 – Im beeindruckenden Ambiente der Carl Friedrich von Siemens Stiftung am Nymphenburger Schloss kamen Wissenschaft, Politik und Wirtschaft zusammen, um den Startschuss für die zweite Phase des bayerischen Klimaforschungsnetzwerks bayklif2 zu feiern. Unter dem Motto einer lösungsorientierten, translationellen Klimaforschung bot der Tag nicht nur hochkarätige Keynotes, sondern auch spannende Einblicke in…